Astronomie – anschaulich, spannend und informativ

Welcher Stern ist das?

Sekundarstufe. Die Doppelstunde in der 5. Klasse beginnt mit der Geschichte der Sternbilder, die die Menschen ja schon immer fasziniert haben.

Bereits bei der Höhlenmalerei von Lascaux (Frankreich) finden sich Sternbilder, wobei das Sternbild Stier klar erkennbar ist.
Die Assyrer (Babylonier) haben dann die Zwölfteilung des Himmels und die zugehörigen Sternbilder der Ekliptik erfunden.

Ptolemäus hat die bekannte Astronomie in seinem Werk „Almagest“ zusammengefasst, wobei er auch die Beobachtungen des Hipparcos verwendet hat. Es wurde in der damals größten Bibliothek in Alexandria aufbewahrt. Trotz der totalen Zerstörung der Bibliothek durch Brandstiftung ist „Almagest“ nur deshalb nicht verbrannt, weil dieses Werk gerade ausgeliehen war.

In dem Werk „Almagest“ sind auch die Sternnamen als Bedeutung der jeweiligen Sterne im Sternbild überliefert. Um den Entwicklungsprozess der Sternbildentstehung zu verdeutlichen, konnten die Schüler auf vorgegebenen Sternkarten versuchen, mögliche Bilder zu zeichnen.

Dabei werden die vorhandenen Sterne nicht einfach direkt mit Linien verbunden, sondern man braucht eine fantasiereiche Deutung der Sternansammlungen.
Sämtliche Sternatlanten des Mittelalters bis zur Neuzeit richten sich nach diesem Verfahren, wie beispielhaft an den Atlanten von Flamstead und Bode gezeigt wird.

Nach Kennenlernen der Himmelsbeobachtungen, die unmittelbar aus der Eigenrotation der Erde und der Bewegung der Erde um die Sonne folgen, konnten sich die Kinder dann eine speziell für die DSM berechnete drehbare Sternkarte selbst bauen.

Am Tischmodell des Kopernikanischen Sonnensystems trugen die Schüler die für den Tag (14.02.2019) gültigen Planetenpositionen in ihre Sternkarte ein und konnten damit z. B. den Untergangszeitpunkt des Planeten Mars für diesen Tag selbst bestimmen.


Phänomene der Physik

Für die Klassen 6 gab es ein interaktives Experimentierspiel, „Eine Physik-Knoff-Hoff-Show“, zu überraschenden Phänomenen der Physik. 

Dabei wurden überraschende Demonstrationen und Experimente gezeigt, die dann gruppenweise diskutiert und erklärt wurden.

Folgende Themen wurden dabei behandelt:
• aufwärts rollender Doppelkegel
• ein spezieller Hüpfeffekt
• Flaschenteufel
• Herons Brunnen
• eine Glühlampe mit einem Streichholz anzünden und wieder ausblasen

Auch in dieser Doppelstunde verging die Zeit viel zu schnell, um noch weitere spannende Effekte zeigen zu können.


Sie ist ein Rätsel. Sie ist eine Provokation. Sie ist eine Sternstunde der Menschheit.

Die 11. und 12. Klassen lüfteten am Freitag „Das Geheimnis um die Himmelsscheibe von Nebra“.

Der Name dieser Himmelsscheibe aus der Bronzezeit mag vielen Menschen bekannt vorkommen. Doch was genau verbirgt sich hinter dem 1999 in Sachsen-Anhalt gefundenen Objekt? Kann es schon vor 4.000 Jahren erste Astronomen auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands gegeben haben? 

Diesen Fragen ging Michael Winkhaus mit uns Schülern der Oberstufe am 15. Februar 2019 in der Aula der DSM nach. Der Diplomphysiker und Lehrer am Wuppertaler Carl-Fuhlrott-Gymnasium wurde für sein Engagement für die Astronomie sowie für das Installieren einer Sternwarte mit Beobachtungspunkten und einem Planetarium auf dem Dach seiner Schule mit dem Hanno und Ruth Roelin-Preis (verliehen für Wissenschaftspublizistik) ausgezeichnet. Dazu ist Herr Winkhaus seit zehn Jahren zusätzlich Lehrbeauftragter für Astronomie im Rahmen der Physiklehrerausbildung an der Bergischen Universität Wuppertal. 

Wie Herr Winkhaus zu Beginn seines zweistündigen Vortrages ankündigte, sprach seine Präsentation neben physikalischen auch kulturgeschichtliche sowie religiöse Aspekte an. So wurde auch das Interesse der Nichtnaturwissenschaftler unter uns geweckt, die ihm schließlich gespannt zuhörten.

Selbst die Entdeckung der Himmelsscheibe ist vom Mysteriösen umgeben. Zufälligerweise von zwei angetrunkenen Arbeitslosen in einem Sachsen-Anhalter Wald entdeckt, wurde das Fundstück zum Streitobjekt zwischen Menschen unterschiedlicher Hintergründe. Der „Krimi“ endete mit kurzzeitigen Gefängnisaufenthalten einiger der Beteiligten sowie mit der Übereignung der Himmelsscheibe an das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. 

Herr Winkhaus machte auch einen Exkurs in das benachbarte England, um auf die dortigen astronomisch-religiösen Errichtungen aus den Urzeiten, wie Stonehenge, einzugehen. 

Alles in allem empfanden wir Herrn Winkhaus Vortrag als sehr wissenswert und interessant. Insbesondere für Oberstufenschüler erfrischte solch ein umfangreicher Rückblick die vor mehr als sechs Jahren erworbenen Kenntnisse über das Stein- und Bronzezeitalter. 

Unser aufrichtiger Dank geht an Herrn Schneider, der mit seinem Engagement seinen Kollegen und Freund für einen Besuch an der Deutschen Schule Moskau begeistern konnte!

Anait Padarian, Klasse 12a