Was ist uns auf unserer Klassenfahrt wichtig?

Bei der Vorbereitung der Klassenfahrten der 9. Klassen nach St. Petersburg durch die Schulsozialarbeit, werden neben organisatorischen Fragen zum Programm auch andere Fragen behandelt:

Was brauchen wir?

Was ist uns wichtig in Bezug auf die Betreuungspersonen?

Was ist uns wichtig in Bezug auf die Gruppe?

Was sollte jeder Einzelne dazu beitragen?

Frau Schulz greift diese Fragen in den Vorbereitungsstunden für die Klassenfahrt mit den Jugendlichen auf.

 

Ausbildung von Werten und Identität bei Jugendlichen

 

Wir sind in der letzten Stunde auch zur zentralen Frage nach den Werten der Jugendlichen im Vergleich zu den Werten der Erwachsenen gelangt.

Eine der Entwicklungsaufgaben dieses Alters ist u. a. die Ausbildung eines eigenen Normen- und Werte-Systems sowie der eigenen Identität.

Die Werthaltung eines Menschen gehört zu den zentralen Merkmalen seiner Identität. Werte sind im psychologischen Sinne persönliche Konzepte des Wünschenswerten und Zielvorstellungen für das eigene Leben und die Gesellschaft. Dies kann im Rahmen der Klassenfahrt wunderbar leicht auf die Gruppe übertragen und den SchülerInnen begreifbar und erfahrbar gemacht werden.

Im Meinungsbild der Öffentlichkeit dominiert oft die Auffassung vom Fehlen von Werten bei Jugendlichen. Aktuelle entwicklungspsychologische Untersuchungen zeigen jedoch ein sehr differenziertes Bild von den derzeitigen Werthaltungen der Heranwachsenden.

Diese sind sich der Anforderungen des Lebens durchaus bewusst, versuchen aber stärker denn je, Pflichten und Traditionen genauso wie Freiheiten, Genuss und Spaß in ihre Wertvorstellungen zu integrieren.

Genau an diese Reibungspunkte gelangen wir auch immer wieder in den Diskussionen über die Regeln für ein gutes Miteinander bezogen auf die bevorstehenden fünf Tage in St. Petersburg.

Die Vorbereitungsgruppe, die sich mit Frau Schulz im 2 bis 3 Wochen-Rhythmus trifft, wird auch den Informationsabend für die Eltern der beiden 9. Klassen mit gestalten.

Eine der Handlungsleitsätze von Schulsozialarbeit ist es, Jugendliche an  für sie wichtigen Entscheidungen zu beteiligen und sie zu ermutigen, ihr Leben aktiv zu gestalten. Zusammen mit den beiden Klassenlehrerinnen Frau Andershanova und Frau Schmidt gelingt dies sehr gut und stößt auf sehr positive Resonanz bei den Jugendlichen.

So wird einer schönen Klassenfahrt hoffentlich nichts im Wege stehen.

Katrin Schulz, Schulsozialarbeit