Besuch bei „SHE“ in Dubna

Nach der anstrengenden Abiturprüfungswoche ging es für interessierte Schülerinnen und Schüler der naturwissenschaftlichen Kurse in Physik (Schneider) und Chemie (Bieberstein) am 12.02.2020 in das größte Forschungszentrum für Kern- und Teilchenphysik in Russland, das Vereinigte Institut für Kernforschung (VIfK) nach Dubna.

Das Institut wurde 1956 als gemeinsames Forschungszentrum für alle sozialistischen Länder gegründet und zählt auch heute 18 Mitgliederstaaten sowie sechs assoziierte Länder, darunter auch Deutschland.

Das Vereinigte Institut für Kernforschung war von Anfang an als Forschungs- und Experimentierzentrum geplant und besteht daher nur aus Laboratorien, sieben an der Zahl, in denen unterschiedliche Projekte, wie z. B. die Erzeugung von Superschweren Elementen (Super Heavy Elements kurz SHE) mittels Radialbeschleuniger im Flerov Laboratorium für Kernreaktionen durchgeführt werden. Den Ablauf eines typischen Experiments zur Erzeugung von SHE am IC-100-Beschleuniger erklärte uns auf eine sehr lebendige Art und Weise der polnische Wissenschaftler Dr. Grzegorz Kaminski.

Am VIfK sind insgesamt 4500 Mitarbeiter tätig, darunter 1200 Wissenschaftler aus der ganzen Welt, da es eine enge Zusammenarbeit mit 800 Institutionen aus 57 Ländern gibt, u. a. auch mit dem GIS in Darmstadt.

Die Geschichte und die Bedeutung des Vereinigten Instituts für Kernforschung bei den Synthesen neuer chemischer Elemente erläuterte uns auf Deutsch der stellvertretende Direktor des Flerov Institutes für Kernreaktionen und Forschungsgruppenleiter Prof. Andre Popeko. Er war maßgeblich an Entdeckungen der Elemente 110 (Darmstadtium), 111 (Röntgenium) und 112 (Copernicium) am GIS in Darmstadt beteiligt.

In Dubna wurden insgesamt 40 bedeutende Entdeckungen im Bereich der Teilchenphysik gemacht, darunter die Entdeckung neuer chemischer Elemente mit den Ordnungszahlen 113 bis 118.

So trägt das Element 105 den Namen Dubnium, das Element 114 zu Ehren des Gründers und Leiters des Laboratoriums für Kernreaktionen, Georgi Flerow, Flerovium, das Element 115 Moscovium und die jüngste Entdeckung, Element 118, ein Edelgas, Oganesson, nach seinem Entdecker, dem Nuklearphysiker Juri Oganesson.

Bei einem Lunch in der Cafeteria des Vereinigten Instituts für Kernforschung konnten wir uns über die unglaublich spannenden Kernreaktionen zwischen den schweren Isotopen wie z. B. dem Wasserstoff der Masse 7 austauschen.

Der Besuch war insgesamt sehr gut von Frau Karpova organisiert und die Besichtigung des Flerov Laboratorium für Kernreaktionen sehr interessant. Es ermöglichte uns den Einblick in eine naturwissenschaftliche Forschungstätigkeit in einem internationalen Team.

JB