Die Klarheit des 8. Rhetorikwettbewerbs

Sekundarstufe. Klar … na klar … es ist sowieso klar … was ist denn daran unklar, die Sache ist ja so klar! Ja, klar, ich werde mich darum schon kümmern.

Oft fällt uns gar nicht auf, wie inflationär wir das Wort „Klar“ in unserem Alltagsleben benutzen. Anscheinend haben wir die Grenzen dermaßen überschritten, dass unsere Deutschlehrerin schon seit Jahren gegen die Verwendung dieses Wortes in Aufsätzen kämpft.
Doch abgesehen von dem lästigen Füllwort in der Schrift- und Umgangssprache ist unbestritten, was für eine endlos reiche Palette an Deutungsansätzen das Wort „klar“ entfaltet.

Als Koordinatorin Deutsch beeindruckte dieser Begriff Frau Warlich in diesem Jahr besonders. Deshalb hatten wir, die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, 10 Tage Zeit, um uns mit diesem scheinbar einseitigen Wort auf das Intensivste auseinanderzusetzen.
Letztendlich war es soweit. Am Abend des 4. April 2019 – am 70. Jahrestag der NATO-Gründung – fanden sich elf Schüler zusammen. Der Rhetorikwettbewerb begann. Der Reihe nach konnte sich jeder Redner vor dem Publikum und einer Jury versuchen.
Die Fülle an Assoziationen zum Thema „klar“ war faszinierend. Von der „unklaren“ Zukunft der Abiturienten über die „klare“ Amoralität des Antisemitismus sowie über die „Unklarheit“ des heutigen politischen Geschehens bis zu den „unklaren“ Folgen der Erderwärmung wurden die unterschiedlichsten Themen dieser Welt beleuchtet.

Die Auftritte der Schulband auf professionellem Niveau steigerten die ohnehin gute Laune aller Anwesenden zusätzlich.
Gegen 21:00 Uhr zog sich die Jury dann zur Beratung zurück, währenddessen konnten sich die Teilnehmer und Gäste mit Snacks und Getränken– organisiert von einer Reihe engagierter Abiturienten – verwöhnen.

Die Ergebnisse ließen nicht allzu lange auf sich warten. Ricarda Lex (12b) wurde mit dem ersten Preis geehrt, zwei zweite Preise gingen jeweils an Polina Ivanova und an Gleb Turbanow. Die an Metaphern reiche Rede Elisa Schüttlöffels (10b) zeichnete die Jury mit einem Sonderpreis für Kreativität aus.
Wenn ich behaupte, der diesjährige Rhetorikwettbewerb sei eine inhaltlich höchst qualitative sowie professionell organisierte Veranstaltung gewesen, dann garantiere ich, dass ich definitiv die Meinung aller Anwesenden wiedergebe.

Ein herzlicher Dank gilt der Hauptorganisatorin Frau Warlich, die den Rhetorikwettbewerb sowohl vor acht Jahren an der DSM eingeführt als auch im Laufe der Zeit konsequent begleitet hat. Leider wird auch sie am Ende des Schuljahres die Schule verlassen. An dieser Stelle können wir alle nur hoffen, dass der Rhetorikwettbewerb in zuverlässigen Händen noch viele Jahre lang junge Talente fördern wird!

Anait Padarian, 12a