Ökologisches Praktikum – fachübergreifendes Projekt für den Jahrgang 9

Sekundarstufe. Von Montag, dem 10.06. bis Dienstag, dem 11.06. widmete sich die Klasse 9b unter der Aufsicht der beiden Lehrer Andreas Urban (Biologie) und Joanna Bieberstein (Chemie) der chemisch-biologischen Gewässeruntersuchung im Lesopark Troparevo.

Montag früh fand die Einführung in das Praktikum statt. Die einzelnen Gruppen bekamen ihre Materialien überreicht, die zum Berechnen der Fließgeschwindigkeit, zum Erstellen der Flussprofile, zur Entnahme der Proben und der Untersuchung der Flussbewohner nötig waren.

Um 8 Uhr 30 ging es dann los. Die einzelnen Gruppen verteilten sich jeweils an mehreren Stellen des Flusses, um ihre Messungen durchzuführen.

Bis 11 Uhr wurde unter der heißen Sonne hart in den kleinen Teams gearbeitet.

Es wurde die Fließgeschwindigkeit ermittelt, die Querprofile des Flusstales an den beiden Entnahmestellen gezeichnet, nach Lebewesen im Fluss und Indikatorpflanzen am Ufer gesucht sowie die physikalischen Eigenschaften des Wassers vor Ort bestimmt. Ferner wurden Wasserproben für eine chemische Analyse entnommen.

Das Wasser in dem Gewässer schien uns noch am Montag relativ sauber zu sein, denn es war farblos, ohne Schwebstoffe oder einen auffälligen Geruch. Nur der leicht alkalische pH-Wert und die hohe Leitfähigkeit passten nicht dazu und ließen ein eher schmutziges Wasser vermuten.  Die Nähe der Tankstelle und die dicken Rohre, durch die das Wasser in den Lesopark eingeleitet wird, bekräftigten diese Vermutung.

Ein weiterer Hinweis auf die schlechte Wasserqualität lieferte das Team mit dem biologischen Schwerpunkt, das insgesamt sehr wenige Lebewesen fand, darunter aber  Schlammröhrenwürmer, die in verschmutzten Gewässern zu finden sind, da sie wenig Sauerstoff benötigen. Auch der hohe Anteil an Brennnesseln, Mädesüß und Kletten-Laubkraut pro Quadratmeter zeugen von einer erheblichen Belastung des Gewässers.

Gegen 12:00 Uhr packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Rückweg in die Schule. Dort werteten wir unsere ersten Eindrücke aus, sicherten unsere Ergebnisse in den Feldnotizen, verstauten die entnommenen Wasserproben im Kühlschrank und bildeten neue Teams für den folgenden Tag.

Dienstag blieben wir in der Schule und analysierten mithilfe des Wasseranalyse-Koffers „Visocolor School“ die mitgenommenen Wasserproben. Anschließend verglichen wir die ermittelten Konzentrationen mit entsprechenden Grenz- und Richtwerten für ein fließendes Gewässer und interpretierten sie. Zum Schluss sammelten wir alle unsere Endergebnisse für die Gesamtbeurteilung des Gewässers hinsichtlich seiner  physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften. Daraus wurde dann zusammen mit Antonias Fotos von der Geländearbeit am Montag das Plakat gestaltet, das seit Dienstag im Foyer der Schule hängt und allen Interessierten zur Verfügung steht. Bei diesem Schulprojekt hatten wir alle sehr viel Spaß und es war für uns eine ganz neue Erfahrung, den Schultag nicht nur im Klassenraum zu verbringen und nicht nur in der Theorie zu bleiben.    

Antonia Tamm / Joanna Bieberstein