Unsere Waldgruppe geht „feuerlich“ zu Ende

Am Dienstag waren die zehn Kinder aus dem Hort freudig aufgeregt, da es an diesem Dienstag in der Waldgruppe um das Element „Feuer“ gehen sollte. 

Ich hatte trockenes Holz besorgt und den Kindern erklärt, dass wir mithilfe eines Magnesiumstabs das Feuer selbst entfachen werden. Ob uns das gelingen würde oder nicht, hing nicht nur von unserem Fleiß und der richtigen Technik ab, sondern auch vom Element Wasser in Form von Schnee, welches die Jahreszeit Winter bestimmt. 

Wir schafften es, eine kleine Feuerstelle anzulegen und Holzschnitzel in der „Schreinerwerkstatt“ zu produzieren. Pagodenförmig schichteten wir die Birkenhölzer auf und mit dem Magnesiumstab gelang es uns, mit den Funken ein Feuer zu entfachen, welches wir dann eine Stunde lang genährt und bewacht haben. Wir probierten aus, was gut brennt, was nicht brennt und warum das so ist. Ebenso thematisierten wir, wie ein Waldbrand entstehen kann. 

Am Ende der Waldgruppe, die wie immer viel zu schnell verging, gaben die Kinder reihum noch einmal Rückmeldung, was sie innerlich aus dem Wald mitnehmen und was sie sich wünschen. 

Sehr viele Kinder waren traurig darüber, dass heute die Waldgruppe endet. Sie nahmen ihre Namensscheibe als Erinnerung mit und ich lud sie ein, dieses „Erinnere Dich an mich“ vielleicht jemandem, den man in diesen Monaten im Wald besonders lieb gewonnen hat, in die Tasche zu stecken – als Symbol für Freundschaft und mit der Nachricht: „Lass uns in Kontakt bleiben“.

Warum machen wir das?

Unsere Waldgruppe bedeutet jeden Dienstag immer wieder: Lernen durch Erleben.

Keine graue Theorie, keine leblosen Daten und Fakten, sondern Neues erfahren mit allen Sinnen, eingetaucht in die Lebenswelt Wald. Denn das ist es, was wir am leichtesten verinnerlichen: selbst gemachte Erfahrungen.

Das Ziel dieser Gruppe ist das Schaffen eines Ausgleichs für die Kinder im Schulalltag sowie Sensibilisierung für Natur und Umwelt:

• Entdecken und Erleben im Wald

• Wahrnehmen der Natur mit allen Sinnen

• Aufenthalt und Bewegung im Freien

• Raum für freies, kreatives Spielen

• Stärkung des Selbstwertgefühls

• Förderung der emotionalen und sozialen Basiskompetenz (z. B. Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und der Hilfsbereitschaft)

• Knüpfung neuer und Erhalt bestehender Freundschaften

• Verantwortungsvoller Umgang mit Pflanzen und Tieren

• Förderung von Sozialverhalten und Kommunikation

Katrin Schulz, Sozialpädagogin