Zwölf Schwaben in Moskau

Wir, eine Gruppe von 12 Studierenden der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg, machten uns in Begleitung von zwei Dozentinnen vom 5. bis zum 11. Januar 2019 auf, um Moskau zu erkunden. Unser besonderes Interesse bestand darin, kulturelle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, die orthodoxe Kirche besser kennenzulernen und nicht zuletzt soziale Einrichtungen zu erkunden, um für das eigene Arbeiten wichtige Impulse zu bekommen. Offene Türen erlebten wir beim Malteser Hilfsdienst, bei „Turmalin“ und ganz besonders in der Deutschen Schule Moskau. Hier durften wir einen ganzen Tag voller besonderer Eindrücke verbringen. Schulsozialarbeiterin Katrin Schulz nahm uns gleich morgens in Empfang und gewährte uns spannende und sehr authentische Einblicke in ihre Arbeit. Sie vermittelte uns die Grundsätze der Schulsozialarbeit, sich für die Schülerinnen und Schüler einzusetzen, ein Sprachrohr zu sein, für die besonderen Belange von Kindern und Jugendlichen und gleichzeitig nicht locker zu lassen, wenn es um das gute Miteinander geht und darum Konflikte gewaltfrei zu lösen. Einblicke wurden uns auch im Hort und im Kindergarten gewährt, wo die sehr fachkompetenten Leiterinnen Andrea Meißner und Steffi Scholz von ihrer Arbeit berichteten und durch ihre herzliche und freundliche Art erahnen ließen, wie sehr jedes einzelne Kind willkommen ist und ein Klima vorfindet, das zum Entdecken, Spielen und Sich-Selbst-Entwickeln einlädt. Im Gespräch mit der stellvertretenden Schulleiterin Susanne Schröter wird uns vermutlich vor allem in Erinnerung bleiben, wie gut die Deutsche Schule Moskau ausgestattet ist und wie stolz sie auf die Schülerinnen und Schüler ist, die alle besondere Fähigkeiten mitbringen. Uns ist bewusst geworden, was es für die Schüler bedeutet, sich in einer internationalen Welt zurechtzufinden und wie engagiert sich Lehrerinnen und Lehrer an dieser Schule einbringen. Den Abschluss bildete das Kennenlernen des Jugendclubs unter der Führung von Jannis Becker. In seiner sympathischen Art führte er uns in seine noch in den Anfängen steckende Arbeit des Jugendclubs ein. Während so manche unserer Studierenden Jugendclubs eher in einer „verratzten“ Art und Weise kennen, fanden wir die Frage, wie man aus einem räumlich sehr hochwertig ausgestatteten Jugendclub einen Raum für Jugendliche schaffen kann, sehr spannend. Und muss ein Raum für Jugendliche nicht manchmal einfach „verratzt“ sein? Sehr gefreut haben wir uns über die Bereitschaft der Pfarrerin der Emmaus-Gemeinde, Aljona Hofmann, mit uns ins Gespräch zu kommen. Ein weiteres Highlight des Tages war natürlich das leckere Mittagessen in der sehr schön gestalteten Mensa, wofür wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchten. Ganz besonderer Dank gilt natürlich allen Menschen, die uns an der Deutschen Schule Moskau mit Offenheit begegnet sind, und vor allem Katrin Schulz, deren Mut Klartext zu reden, uns nachhaltig beeindruckt hat. Das Wesentliche bei einer Reise sind doch immer die Begegnungen mit anderen Menschen.

12 Schülerinnen und ein Schüler der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik aus Schwäbisch Hall