Gemeinsam Alexandra gedenken

Nur 27 Jahre alt war Alexandra, bürgerlich Doris Nefedov, als ihr Leben tragisch auf einer Schleswig-Holsteiner Autostrecke endete. 

Heutzutage wissen eher wenige Menschen von der jungen volksdeutschen Chansonsängerin, die einst gezwungen war, mit ihrer Familie aus dem Memelgebiet vor der Roten Armee zu flüchten. 

Schwierigkeiten kennzeichneten ihr Leben. Neben einem Grafik-Studium ging Doris mehreren Gelegenheitsjobs nach – von Zimmermädchen bis Stenotypistin. Kurz nach 20 scheiterte Doris’ Ehe mit einem russischen Emigranten und sie wurde zur alleinerziehenden Mutter ihres Sohnes Alexander. In Anlehnung an ihr Kind nahm die junge Frau schließlich den Künstlernamen Alexandra an. 

Doch dann erfolgte ihr Durchbruch. Sowohl ihre unikale Stimme als auch ihr attraktives Aussehen bescherten Alexandra den Aufstieg innerhalb der BRD. Tourneen quer durch die Sowjetunion, wovon Alexandra schon immer geträumt hatte, folgten. 

Dank ihrem Sprachtalent nahm sie Kontakt zu den führenden Sängern Frankreichs auf – unter ihnen Salvatore Adamo und Yves Montand, deren Lieder die Sängerin unter anderem aufführte.

Kaum hatte die 9. Miss Germany die ersten Stufen der Erfolgstreppe betreten, geschah der schicksalsbestimmende Autounfall auf dem Weg in den Urlaub…

Im Rahmen des Gedenkens an diese phänomenale Persönlichkeit fand am Mittwoch, den 3. April, ein musikalischer Gedenkabend in der Aula der DSM statt. 

Alle Anwesenden hatten die Möglichkeit, ihre bekanntesten Kompositionen – unter ihnen sowohl „Der Zigeunerjunge“, „Der große Clown“, „Was sind wir Menschen doch für Leute“, „Tanz, alter Tanzbär“ als auch weltberühmte Songs, wie „Tombe la Neige“ – live zu hören.

Aufgeführt wurden die Stücke abwechselnd und teilweise gemeinsam von Jean Pierre Froehly und seinem Diplomatic Quartett und der führenden Alexandra-Interpretin Dorothee Lotsch und dem russischen Kammerensemble der Philharmonie Wladimir. Die Mischung aus teilweise jazzigen Interpretationen und volkstümlich russischen Klängen war perfekt und die Darbietung der Musiker auf höchstem Niveau. 

Die großzügigen Spenden der Besucher kommen dem Kinderheim „Detski Dom“ für blinde und gleichzeitig taube Kinder in Sergiev Posad zu. Der Abend hätte Alexandra sicherlich sehr gut gefallen.

Anait Padarian (12a)